Drumherum

„Corona-Kunst
geht doch! Geduldig werden, in der Verlangsamung beim Buchstabieren, führt in die Tiefe der einzelnen Antworten auf die Fragen zur Coronazeit.
Worte werden transformiert in Musik und begleiten uns.
Lebendiger, fühlbarer Ausdruck. – Kunst
.“

Das ist eine total geniale Idee und eine super gelungene Umsetzung. Toll! „

„Euer Projekt find ich ziemlich super!“

Sehr schön es so zu sehen und vor allen Dingen zu hören. Bin ziemlich beeindruckt von eurer Idee und eurem Projekt.“

„Ich bin beeindruckt von eurer Kreativität.“

„Interessante Sendung, die Ihr da macht. Toll!

„Euer Blog ist toll!“

6 Tage des Projektes habe ich den Tapeziertisch, Buchstabenschablonen und Co, was ich so für die Umsetzung brauchte bei Freunden auf dem Lande aufgebaut. Zu Hause hatte ich alle Handgriffe soweit drauf – nun stand der Tisch mit den Buchstaben auf der anderen Seite und ich kam ins Stocken. Irre wie schnell wir uns an Bewegungsabläufe gewöhnen. Das so am Rande.
Was ich eigentlich schreiben wollte: Als meine Einhütezeit um war, habe ich für die beiden Landbewohnerinnen schnell noch ein Willkommensschild aus den Transformationsutensilien gezaubert. Als sie nach Hause kamen empfing sie vor dem Haus ein Willkommensgruß:

Später am Abend bekam ich eine Nachricht: Sie hätten ein Pilgerpaar über Nacht aufgenommen. Die hatten das Willkommensschild gesehen und sich dadurch ermutigt gefühlt um Herberge zu bitten. Ohne das Projekt wäre es dazu vielleicht nicht gekommen.
Was so alles nicht direkt in das Transformation 19 Werk gehört und uns berichtenswert erscheint, findet Platz auf dieser Seite

Zum Rumstöbern. Zum Beispiel um zu erfahren wie es für Katrin war der festen Struktur musikalisches Leben einzuhauchen, oder wie schweißtreibend es zeitweilig für Britta war die Buchstaben auf Papier zu bringen.

In Echt haben wir in geschlossenen Räumen gearbeitet, sonst wäre Musik und Papier verweht.

Wie aus einem Satz Musik wird

Grundsätzlich hatten wir uns das ja gut überlegt: Die 12 Noten werden dem Alphabet zugeordnet; 2x (1 Mal laut, 1 Mal leise) damit wir annähernd auf 26 Buchstaben kommen. Das X und das Y kommen selten vor, also fallen die raus und sollten sie vorkommen, überlege ich mir passende Sonderaktionen. Satzzeichen bekommen auch Aktionen zugeordnet. Wenn ein Wort groß geschrieben wird (ausgenommen das 1. Wort im Satz), wird es mit dem Finger gezupft, ansonsten mit dem Bogen gestrichen.

Soweit die „technischen“ Daten.

Was mir bzw. meiner künstlerischen Freiheit also noch überlassen bleibt sind: Tempo – Notenlängen – Ausdruck …und natürlich ob ich die Noten tief, hoch oder irgendwo in der Mitte setze.

Was dabei so alles auf mich zukommen würde, wusste ich vorher natürlich nicht.

Wie klingt ein auf diese Weise konstruierter Satz? In der Regel ganz schön schräg! Viele Buchstabenkombinationen führen zu sich ähnelnden Teilen in der „Komposition“, das hätte mir klar sein können, aber wie das genau wird, habe ich nicht geahnt. Die Stücke liegen in der Regel nicht gut in der Hand, man kann sie nicht einfach spielen, kommt mit den gelernten Mustern nicht weiter. Das beengt natürlich auch den künstlerischen Ausdruck, denn ich bin oft mit der technischen Realisierung beschäftigt und kann ja auch nicht tagelang üben bis es perfekt ist.

Zu Wörtern wie Langsamkeit, Angst, Lockdown, Sciencefiction, Entschleunigung, Verbindung, Innehalten, traurig, glücklich, wertschätzen, Entschlossenheit, Sorgen, weniger, intensiver, erwachenden Natur, tiefes Loslassen, vollkommene Ruhe… ist mir schnell was eingefallen. Aber was macht man mit: Freunde treffen, öffentlicher Raum, Einkaufslust, wesentliche Dinge, Zweisamkeit, Partnerin, kochen, Umweltprobleme, erweiterte Familie, geskypt, telefoniert??????

Die schönste Geschichte ergab sich beim Wort „Abstandsregeln“, das durch unser System hauptsächlich aus Halbtonpaaren (ganz eng beieinander liegenden Noten) bestand.


In Echt haben wir in geschlossenen Räumen gearbeitet, sonst wäre Musik und Papier verweht.

Platz für Brittas Anmerkungen:

Nachdem wir gemeinsam die Idee zu Transformation 19 entwickelt haben, war für mich die eigentlich kreative Arbeit abgeschlossen. Die Umsetzung war eher Fleißarbeit, die mich an manchen Tagen ganz schön gefordert hat. Zunächst hieß es ja, auf den Antwortsatz zu warten – wann kann ich den Satz also zu Papier bringen, die Antwortsätze einsprechen, wann für Katrin nach ihrer Vorlage den Satz in Noten schreiben (sie hatte viel mehr Arbeit als ich, neben dem Cellospiel hat sie den Film geschnitten, den Ton daruntergelegt und das alles auf den Blog gestellt). Wie viel Zeit habe ich dann zur Verfügung – wir können uns von unseren anderen Tätigkeiten ja nicht frei nehmen, dafür müsste es doch einiges mehr Geld geben.
Gefordert hat mich dabei vor allem, mit meinen Gedanken bei dem zu bleiben. was ich grade tue, nämlich einen Satz Buchstaben für Buchstaben zu Papier zu bringen, nicht daran zu denken was als nächstes Wort kommt, was die ZuschauerInnen wohl meinen. wie der Satz weitergeht, wie ich denke. dass der Satz weitergeht, mich nicht darüber zu ärgern, dass meine Finger durch immer mehr Farbe an den Buchstaben kleben bleiben und und und. Wenn ich nach 20 minütiger Schablonenmalerei fertig war, den Satz besah und bemerkte, dass ich ein Wort vergessen hatte … hieß es nochmal von vorne anzufangen. Also nochmal, mit schon etwas mehr Zeitdruck, vielleicht aus dem Hintergrund ein „ruhig“ – ja, ruhig, dann gehts. Spannend sich bei all dem zu beobachten.
Und was noch echt bemerkenswert war, ich fühlte mich in dem Moment sehr verbunden mit den Menschen, die die Antwort geliefert haben.


Nicht immer konnten wir die ganze Antwort übernehmen und haben um eine gekürzte Fassung gebeten. Hier sind die Originale:

Tag 5 im Original: Entschleunigung ist für mich das Schlüsselwort in dieser Zeit! Einfach wieder sich auf die wichtigen und wesentliche Dinge, die man im Leben wirklich braucht besinnen. Das ist heilsam für uns und unsere Welt

Und der 11. Tag lautete im Original: Alle Termine abgesagt, vollkommene Ruhe am See, ein tiefes Loslassen, Entspannung und Dank für die freudig empfundene, verstärkte Selbstwahrnehmung.

Der Text zum 7. Tag: Es ärgert mich maßlos, dass sich weder Frau Merkel noch Frau von der Leyen an die notwendigen Abstandsregeln halten, wenn sie sich treffen haken sie sich unter und umarmen sich und geben sich küsschen.

Der Text zum 19. Tag: Ich würde Kommunikation sagen. Ich habe während des Lockdowns mit weit mehr Freunden und der erweiterten Familie geskypt oder telefoniert als zuvor und möchte diese Kommunikation unbedingt beibehalten.

%d Bloggern gefällt das: